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ZUKUNFTSORIENTIERTE VERKEHRSPOLITIK

12.03.2024

Erwartungen an die Gartenschau 2031

Die Zukunft der Mobilität in Bretten wird immer wieder heiß und emotional diskutiert. Insbesondere die Planungen zur Südwestumfahrung, die bevorstehende Gartenschau und die Herausforderungen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur erfordern jedoch eine sachliche, umfassende und nachhaltige Herangehensweise.

Südwestumfahrung: Zeitplan, finanzielle Implikationen und Nutzen

Die Südwestumfahrung Bretten ist ein lang gehegtes Projekt, das jedoch seit Jahren auf Hindernisse stößt und sich in endlosen Planungsschleifen zu verlieren scheint. Von besonderer Relevanz ist, neben den immer wieder heiß diskutierten Themen Klima- und Naturschutz, die Tatsache, dass eine Fertigstellung bis zur Gartenschau 2031 laut dem Verkehrsministerium nicht realistisch ist [1 (PDF, 269KB)]. Zugleich explodieren die Kosten für dieses Vorhaben auf über 100 Millionen Euro, während anfangs lediglich rund 38 Millionen Euro veranschlagt waren [2 (PDF, 296KB)].

Es ist zudem ratsam, die Südwestumfahrung Bretten im Zusammenhang mit den geplanten Maßnahmen in Bruchsal und Bauschlott zu betrachten. Auch dort sind erhebliche Kostensteigerungen zu erwarten, was die finanzielle Belastung für den Bund erhöht und Gelder an anderen, wichtigeren Stellen fehlen lässt. Die kürzlich in Bruchsal vorgestellten Varianten [3 (PDF, 24.4MB)] sprengen den anvisierten Rahmen von rund 68 Millionen Euro ebenfalls deutlich. Realisierungskosten für den Abschnitt Bruchsal von bis zu 150 Millionen Euro sind, je nach Variante, nicht unrealistisch. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Finanzierung durch den Bund während der Gemeinderatssitzung in Bruchsal vorsichtig in Frage gestellt.

Die Stadtverwaltung Bruchsal und der Gemeinderat lehnen eine Umfahrung im Nordwesten über den Rotenberg aufgrund des hohen Stellenwerts des Naturschutzes und des Naherholungsgebiets ab. Diese Entscheidung spiegelt das Bestreben wider, die ökologische Integrität des Rotenbergs zu bewahren und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürger zu erhalten. Durch die gesteigerte Anziehungskraft der Achse Bruchsal-Bretten-Pforzheim befürchten sie hingegen „eine Verdoppelung des Verkehrs auf der Ausweichautobahn“ [4 (bnn.de)]. Ähnlich äußert sich auch der Gemeinderat in Forst [5 (landfunker.de)]

Selbst wenn in Bretten die Südwestumfahrung jemals gebaut wird, bleibt ihre Wirkung höchst zweifelhaft. Die erhoffte Entlastung der Stadt vom Verkehr könnte sich als Illusion erweisen, während die Realität eine potenzielle Mehrbelastung durch neu induzierten Transitverkehr offenbart.

Zukunftsmobilität: Gartenschau 2031 als Impulsgeber

Trotz dieser Unsicherheiten stellt die geplante Gartenschau [6 (PFD, 10.4MB)] im Jahr 2031 zweifellos einen bedeutenden Meilenstein für Bretten dar. Angesichts der aktuellen Verkehrssituation und der unklaren Lage bezüglich der Südwestumfahrung wird deutlich, dass eine ganzheitliche Lösung für die Verkehrsproblematik dringend erforderlich ist. Die Stadt muss sicherstellen, dass die Gartenschau nicht nur ein Fest der Natur und Kultur wird, sondern auch im Einklang mit einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik steht. Ein wichtiges Ziel der Gartenschau sollte es sein, die Stadt Bretten ökologisch und verkehrstechnisch nachhaltig zu verändern. Dies bedeutet, dass nicht nur die Gartenschau selbst, sondern auch die damit verbundenen Infrastrukturprojekte dazu beitragen sollten, die Umweltbelastung zu reduzieren und die Lebensqualität in der Stadt langfristig zu verbessern.

Bretten ist eine Stadt, die stark vom Individualverkehr geprägt ist. Um die Verkehrssituation dauerhaft zu verbessern, bedarf es konkreter Maßnahmen und einer aktiven Förderung alternativer Verkehrsmittel wie z.B. dem ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr. Dies erfordert nicht nur Investitionen in die entsprechende Infrastruktur, sondern auch die Schaffung eines Bewusstseins für nachhaltige Mobilität in der Bevölkerung. Die Gartenschau muss hier als Impulsgeber dienen und einen wichtigen Beitrag zu einer umweltbewussten Verkehrspolitik leisten. Indem sie ökologische und verkehrstechnische Veränderungen in Bretten vorantreibt, bietet sie die Chance, die Lebensqualität zu verbessern und die Stadt auf einen zukunftsweisenden Kurs zu bringen. Eine konsequente Umsetzung, Weiterentwicklung sowie stetige Überprüfung des Mobilitätskonzeptes [7 (Webseite Stadt Bretten)] in Kombination mit den zu erwartenden, positiven Effekten der Gartenschau können die bestehenden Verkehrsprobleme lösen.

In Anbetracht der aktuellen Verkehrssituation und der bevorstehenden Gartenschau im Jahr 2031 ist es unerlässlich, dass die Stadtverwaltung Bretten konkrete und messbare Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation benennt und zeitnah mit ihrer Umsetzung beginnt. Angesichts der Tatsache, dass die Besucher der Gartenschau zusätzlichen Verkehr generieren werden, ist ein klarer Fahrplan zur Förderung alternativer Verkehrsmittel sowie eine proaktive Einbeziehung der Bürger in die Planungen essenziell, um breite Akzeptanz und Wirksamkeit zu gewährleisten.

Proaktiv handeln: Gestalten statt abwarten

Die Gartenschau 2031 und das Mobilitätskonzept bieten alle Werkzeuge, die Verkehrssituation in Bretten dauerhaft zu verbessern. Durch das Erstellen und Ausrollen eines Radverkehrskonzepts, die zeitnahe Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung sowie den Ausbau der Buslinien und des bereits angekündigten On-Demand-Verkehrs kann eine spürbare Entlastung im Straßenraum erreicht werden. Effiziente Maßnahmen können einen Radverkehrsanteil von mindestens 20% bewirken und den innerstädtischen PKW-Verkehr senken.

Warum sich also von nicht beinflussbaren Entscheidungen abhängig machen? Warum auf eine fragliche Lösung, in Form einer in frühestens 10 Jahren fertiggestellten Südwestumfahrung, warten? Ob der Kapazitätsgewinn durch den zweigleisigen Ausbau der Kraichgaubahn wird bis 2031 verwirklicht sein wird, ist ebenfalls fraglich.

Jetzt ist die Zeit für die Stadt Bretten gekommen, um selbst aktiv zu werden!

Quellen:
1. Kleine Anfrage des Abgeordneten Ansgar Mayr CDU – Frage 2 (PDF, 269KB) 
2. Kleine Anfrage des Abgeordneten Ansgar Mayr CDU – Frage 7 (PDF, 269KB)
3. Gemeinderat Bruchsal – Vorgestellung Trassenvarianten RP Karlsruhe (PDF, 24.4MB)
4. bnn.de – Warnung aus Bruchsal: „Keine Parallel-Autobahn durch den Kraichgau“
5. landfunker.de – Forst lehnt Rotenberg-Umfahrung entschieden ab
6. Machbarkeitsstudie zur Bewerbung einer Gartenschau in Bretten (PDF, 10.4 MB) 
7. Mobilitätskonzept der Stadt Bretten

Überblick

Unterirdisch teuer

Quelle: hügelhelden.de Wenn die seit Jahrzehnten geplante Osterweiterung der B35 um Bruchsal kommen sollte, dann wird sie zum einen recht sicher unter der Erde verlaufen und zum anderen äußerst teuer Gleich ein gutes halbes Dutzend Varianten für einen möglichen...

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